Hinduismus
Hinweis: diese Selbstdarstellung wird derzeit gerade überarbeitet

 

 

Tafel 1

 

Hinduismus Tafel3

Ganesha ist eine männliche Gottheit des Hinduismus. Er hat einen Elefantenkopf und ein etwas wild anmutendes Aussehen, welches die heitere Kraft der Veränderung und des Beginns verkörpert.

Ganesha ist einer der Lieblinge der hinduistischen Götterwelt. So wird er mit seiner gelassenen Durchsetzungskraft um Beistand gebeten, wenn Stärke benötigt wird, um (in erster Linie innere) Hindernisse zu überwinden. So wird Ganesha bei Schwierigkeiten für kleinere und größere Veränderungen und besonders für innere Entwicklung als kraftvoller Helfer angesehen. Darüber hinaus bringen z.B. Schulkinder vor einer Prüfung auch gerne Münzen als Gaben an Ganesha dar, um derartige äußere Hindernisse (schlechte Note) zu besänftigen.

 


Tafel 2

 

Hinduismus Tafel2

 

Devi ist eine Bezeichnung für eine weibliche hinduistische Göttin. Sie ist ein mächtiges transzendentes Wesen, schöpferische Kraft, absolute Wahrheit und Realität. Sie vereint deshalb auch alle anderen der Tausenden von Göttinnen und Götter in sich. Hier werden ihre Augen symbolisiert inklusive ihres dritten “Weisheitsauges“ auf der Stirn, welches dafür steht, alle unsichtbaren inneren Wege fehlerlos zu sehen.

Mit diesem Gebet beten Hindus zu Devi. Damit richten sie sich gleichzeitig an die vielen Gottheiten des Hinduismus (Saraswati, Lakshmi, Durga,...), die alle durch Devi verkörpert werden und so auch “in einem“ verehrt werden können. Gleichzeitig richtet es sich an Devi an sich als “große Mutter“ (schöpferische Kraft) und absolute Wahrheit und Realität. Es richtet sich auch an die “Kraft, Intelligenz, Fülle und Ruhe“ in uns selbst, welche wir entwickeln und bewahren können. Devi und auch alle anderen Götter werden also angerufen, verehrt und es kann ihnen nachgeeifert werden (durch Entwicklung entsprechender Eigenschaften), sowie durch Gebete deren Beistand erbeten werden.

 


Tafel 3

Hinduismus Tafel1

 

OM (transkribiert) ist eine Silbe auf Sanskrit, Mantra, “Urlaut“. Manchmal wird auch vom “Klang der Sonne“ gesprochen.

OM ist also im Wesentlichen Klang, um ein Gebet oder eine Meditation zu beginnen, und um eine oder auch alle der Tausenden von Göttinnen und Götter des Hinduismus zu “rufen“, und zwar vor sich in den Raum und die Gegenwart als stark präsentes Gegenüber.
Es ist auch Klang, der rezitiert wird (oft ganz leise geflüstert, manchmal aber auch laut oder sogar gesungen) um “das Göttliche“ in uns selbst zu rufen. “Das Göttliche in uns selbst“ ist die Möglichkeit zu innerem Frieden und allen anderen guten Eigenschaften (Liebe, Mitgefühl, Geduld, Freude,...), die jedes Wesen als Möglichkeit in jedem Moment unzerstörbar besitzt.

Alle Wesen möchten, wenn sie wählen könnten, immer glücklich sein. Genauso möchten alle Wesen, wenn das möglich wäre, niemals leiden. Natürlich ist das normalerweise nicht möglich. Manche Menschen glauben sogar, dass Glück nur erfahren werden kann im Gegensatz zum Leiden. Dennoch wünscht sich keiner zu leiden.
Wir können darüber hinaus nicht “für uns alleine“ glücklich sein, ohne den Wunsch anderer danach zu berücksichtigen. Früher oder später wird rücksichtloses Verhalten auf uns zurückfallen. Beispiele dafür sind Familienleben, Umweltschutz, Politik, Berufsleben, religiöse Gemeinschaft,... . Und um zu lieben brauchen wir jemanden, den wir lieben können!
Wir können also verstehen, dass Hindus für das Glück aller und das Sorgen umeinander beten. Und darüber hinaus rufen sie mit “OM Frieden! Frieden! Frieden!“, welches in praktisch jedem hinduistischen Gebet vorkommt, ausdrücklich den Frieden herbei: Sie beten um inneren und äußeren Frieden, was die Wichtigkeit des Friedens im Hinduismus hervorhebt.
Dies bedeutet nicht, dass  schwere und leidvolle Umstände geleugnet werden sollen. Es beutet, sich dennoch oder gerade deshalb mit allen Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen für den Frieden einzusetzen. Dieses Prinzip gilt auch in den anderen Religionen.

Hindus “lernen“ Religion eigentlich nicht, sondern werden hineingeboren. Deshalb gibt es auch in der Regel keine Konvertiten. Natürlich kann man aus eigenem Antrieb und innerer Überzeugung der Weltanschauung des Hinduismus folgen, der Glaube an eine Wiedergeburt ist wichtiger Bestandteil. Es gibt keine feste Doktrien oder Rituale.

 


Tafel 4

Hinduismus Tafel4

 

Dieses Symbol steht nicht nur für die Sonne am Himmel, sondern auch für die innere Sonne der Wahrheit und Weisheit. Auf all dies bezieht sich auch das hier abgebildete Gayatri-Mantra.

Das Gayatri-Mantra ist ein sehr berühmtes und besonderes Gebet, welches sich mit seinem Klang als Ausdruck des Göttlichen an die Sonne richtet. Hier ist gleichermaßen die physische/äußere Sonne, welche Körper und Geist wärmt gemeint, als auch die innere Sonne der Erleuchtung und Wahrheit.

Wichtiger als eine genaue Übersetzung, die oft unverständlich bleibt, ist die Wirkung von Mantra durch Klang und ggf. durch das Sehen oder  Visualisieren der Devanagari (Hindi)-Schrift). Nebenbei soll das bewusste Weglassen einer Übersetzung an dieser Stelle auch einfach neugierig machen und zur selbstständigen diesbezüglichen Erkundung einladen.

 


Mosaik (Mosaik mit der Schildkröte für den Hinduismus)

Mosaikplanung Hinduismus

Ähnliche  kreisförmige Darstellungen finden wir in Indien oft traditionell vor Tempeln und auch Wohnhäusern, Rangoli genannt.

Die Religion der Hindus (Sanatan Dharam) heißt wörtlich übersetzt “ewige Religion“. Basierend auf der Annahme, dass aus der Weltenseele Brahman   verschiedene Inkarnationen zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten dem Ungleichgewicht der Welt immer wieder entgegenwirken, sollte es für einen Hindu weder einen religiösen Alleinstellungsanspruch noch Konflikte zwischen den Religionen geben, da der Hinduismus als “ewige Religion“ auch in den anderen Religionen implizit weiterlebt. Die zentrale Gottheit Vishnu ist dabei immer wieder der Retter, der zu diesem Zweck immer wieder als Tier oder Mensch inkarniert.  Vishnu nahm die Gestalt einer Schildkröte in hinduistische Schöpfungsmythos vom “Quirlen des Milchozeans“ an. Deswegen wird die Schildkröte als heiliges Tier im Tempeln gehalten. Der Lotus, steht – wie im Buddhismus – für die Möglichkeit der inneren Entwicklung: Wie ein Lotus seine Wurzeln im schlammigen Wasser hat und oben auf dem Wasser seine schöne Blüte, so kann jedes Wesen unabhängig seines Ist-Zustandes eine Wandlung zu höchster Entwicklung (z.B. beständiger innerer Frieden) vollziehen.

 

Viele Informationen zum Hinduismus finden Sie

auf der Seite des Hindu-Tempels in Pforzheim unter www.ammanaalayam.com.
Am Projekt beteiligt für den Hinduismus waren Mitglieder der Deutsch-Indischen Gesellschaft (www.digkarlsruhe.de).

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