Freireligiöse Gemeinde

 
Tafel der Freireligiösen Gemeinde

Symbol Feuer
 
Flamme und Sterne symbolisieren Vielfalt, die sich zu etwas Neuem vereinigt.Die Freireligiösen wollen “frei in“ und nicht “frei von“ Religion sein. Sie stehen nicht mehr auf dem Boden des Christentums. Manche sind Agnostiker und religionslose Humanisten, andere Pantheisten. Gott, Natur und Universum sehen sie als nicht in Diesseits und Jenseits geteilte kosmische Einheit.
 
Die Freireligiösen Gemeinden entstanden aus reformorientierten Kreisen katholischer und evangelischer Christen sowie der Demokratie-Bewegung im Vormärz. Wegen ihrer Beteiligung an der Revolution 1848/49 wurden zahlreiche ihrer Mitglieder verfolgt, andere emigrierten nach Amerika. Trotzdem behielt die Gemeinde die 1849 erteilten Körperschaftsrechte, die 1919 und 1949 bestätigt wurden und die sie den Kirchen formell gleichstellt.
 
Die Freie Religion wurzelt in der Aufklärung, in der Mystik und in christlich-liberalen Strömungen. Sie kennt weder Katechismus noch Dogmen oder obligatorische Glaubensbekenntnisse. Glaubensfreiheit und Humanität sind wichtige Prinzipien innerhalb der demokratisch – nicht hierarchisch –organisierten Gemeinde. Religiöse Reformbestrebungen und soziales politisches Engagement sind miteinander verbunden.
 
Geleitet werden die Gemeinden von ehrenamtlich gewählten Gemeinderäten und hauptamtlichen Predigern/Pfarrern. Regelmäßig finden Feierstunden, Gesprächskreise und Vorträge statt sowie fakultativ für Mitglieder und Nichtmitglieder der Gemeinde Jugendweihen, Taufen, Trauungen und Trauerfeiern.
 
Die Wirksamkeit der Freireligiösen in Karlsruhe, die aus Prinzip nicht missionieren oder für sich werben, erkennt man indirekt an Gebäuden, Straßen oder Einrichtungen, die nach ihnen benannt wurden: Robert-Blum-Str., Gervinusstr., Ludwig-Marum-Str. oder ~schule, Adam-Remmele-Schule, Hanne-Landgraf-Haus, Klara-Siebert-Str., Karl-Siebert-Haus, Oskar-Ulmer-Brücke usw.
 
Stand: September 2016
 

 

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