Der Karlsruher „Garten der Religionen“ – ein Garten für Alle!


Im Garten der Religionen sind Inhalte aus insgesamt sieben in Karlsruhe beheimateten Religionen dargestellt. Dies geschieht durch Symbole, Zitate und Bodenmosaike. In einem kreisrunden Außenbereich umarmen und umrahmen drei Stelen mit Auszügen aus den Grund- und Menschenrechten und deren lokalen Bezügen sowie auf einem kleinen Außenmäuerchen Weisheiten aus aller Welt die „Religionsorte“. Damit finden diese nicht nur symbolisch ihre Grenzen. Insgesamt verdeutlicht sich die Struktur und Idee des Gartens anhand des Grundrisses.20190618 203549A

Die zu jeder Zeit völlig frei zugängliche Gartenanlage, deren Eigentümer die Stadt Karlsruhe ist, befindet sich im Citypark der Südstadt-Ost, einem gerade erst entstandenen Stadtteil auf dem Gelände eines ehemaligen Bahn-Ausbesserungswerkes.

Dieser Standort wurde von der Stadt Karlsruhe gewählt – aber anhand von bestimmten Kriterien, die nachstehend aufgeführt sind. Sie wurden während des Planungsprozesses von der Arbeitsgemeinschaft Garten der Religionen festgelegt, die damals noch kein Verein, sondern eine sehr heterogene Gruppe aus Mitgliedern von Religionsgemeinschaften, interreligiösen Dialoginitiativen sowie religiösen und nicht-religiösen Einzelpersonen war. Die Standortfaktoren sollten die spätere Nutzung und Lebendigkeit der Anlage über viele Jahre gewährleisten.

Die Kriterien für den Standort des Gartens der Religionen im Einzelnen:

  • Einbettung in einen größeren (Wiesen-)Park
  • belebte Lage mit „sozialer Kontrolle“ durch Anwohner_innen
  • leicht mit ÖPNV erreichbar
  • in einem Stadtteil mit interkultureller Demographie, Nähe zu Kultur- und Familieneinrichtungen und religiösen Einrichtungen, die sich dem interreligiösen Dialog verpflichtet fühlen.

Der Garten der Religionen ist als öffentlicher Ort konzipiert und nicht als Refugium einer einzigen dialogwilligen Gruppe. Er nimmt ernst, dass in unserer heutigen transkulturellen Gesellschaft Religion nicht nur ein privates, sondern auch ein öffentliches Thema ist. Er soll ein Ort der Information, der Erfahrung und des Gesprächs sowie der Begegnung und der konstruktiven  Auseinandersetzung sein. Der Garten soll bewusst aufgesucht werden können - er soll aber auch Vorübergehende einfach  neugierig machen und zur Betrachtung und Begehung einladen.

Tätigkeiten des Vereines bis 2019/11

 12.7.2018 Musik in den Religionen Öffentliche Führungen, u.a. „Tor zur Toleranz“
8.8.2018 Kontemplatives Picknick

Jubiläumsfest 2018
Friedenslichter-Aktion Uns geht ein Licht auf / Woche der Stille 2018

19.3.2019 Gedenkfeier für die Opfer von Rassismus auf dem Marktplatz (mit ADS, DMK, Ev. Stadtkirche, Citypastoral und weiteren Kooperationspartnern)
21.3.2019 Mitveranstalter beim Workshop Islamfeindlichkeit mit Derya Sahan vom Demokratiezentrum BW (Kooperation mit DMK)
23.3.2019 Themenführung über „Schubladendenken“
24.3.2019 Fest der Religionen / Auftakt „Forum/Rat der Religionen“ (AT)
26.3.2019 Vortrag über Ambiguitätstoleranz / Frau Scheible ph Karlsruhe
29.3.2019 Vortrag mit dem Autor Daniel Bax über Rechtspopulismus und antimuslimischen Rassismus (Mitveranstalterschaft zusammen mit dem DMK)

Engagement gegen Rechts/Rassismus:
Statements vor St. Stephan gegen Rassismus und Beteiligung an der Demo gegen Rechts in den Wochen gegen Rassismus

Tätigkeitsbericht bis Juli 2018

Unter anderem Klang das Jahr 2017 mit der Einladung zum Chanukka aus, an welchem zum ersten Mal der Garten der Religionen (Vorsitzende) eine der Kerzen mitentzünden durfte.

Im Winter beteiligte sich eine Arbeitsgruppe intensiv an der Fortschreibung des Integrationsplanes.
Im März begann unser Jahresprogramm mit dem Dialog der Religionen im ibz zum Thema „Was ist Wahrheit?“.

Darauf folgten Beteiligungen an den Internationalen Wochen gegen Rassismus (dieses Jahr fanden keine von der Stadt Karlsruhe organisierten Wochen gegen Rassismus statt). Es fand eine Kooperationsveranstaltung statt, an welcher der Deutsch-Israelische Freundeskreis, die Christlich-Islamische Gesellschaft, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und die Jüdische Kultusgemeinde mit uns zusammen eine Autorenlesung mit Igal Avidan im Landratsamt veranstalteten. Er laß aus seinem Buch über Mod Helmy (einen muslimischer Arzt, der Juden vor der Gestapo rettete).

Tätigkeitsbericht bis Nov. 2017

Seit Sommer 2016 werden die Inhalte des Gartens der Religionen aufgearbeitet, um die Erschließungsmöglichkeiten des Ortes für Besucher zu erweitern. Seit Erscheinen einer entsprechenden Broschüre im Herbst 2016 wurde diese Arbeit fortgesetzt, und zwar mittels kontinuierlicher Überarbeitung digitaler Inhalte und Angebote. Außerdem wurden mehrere Schulungen zum Thema mit Interessierten veranstaltet. Das bereits etablierte Jahresprogramm wurde weiter veranstaltet und ebenfalls ausgebaut, so die Reihe “Dialog der Religionen“, Beteiligung an den Karlsruher Wochen gegen Rassismus, mehrere Veranstaltungen in den Heimattagen 2017, Sommerpicknick, öffentlichen Führungen sowie regelmäßige Führungen von Gruppen.

Das Jahr 2017 war auch geprägt von vertieftem gesellschaftspolitischem Engagement. So beteiligten wir uns an der Gegenaktion zum “Tag der deutschen Zukunft“ (#noTddZ) am 3. Juni. Am Tag davor beteiligten wir uns – ebenfalls als friedliches Zeichen in diesem Zusammenhang –  an der Aktion „Friedensklangweg“ der Christlich-Islamischen Gesellschaft Karlsruhe e.V.  vom Garten der Religionen zur Kirche St. Stephan. Dort führten wir ein sehr gut besuchtes interreligiöses Friedensgebet durch.

Tätigkeitsbericht bis Juli 2016

Dieses Jahr war geprägt von der baulichen Realisierung des Gartens und der Eröffnung. Dies bedeutete das öffentliche Führen der Diskussion um den Bau an sich, die den Baukostensteigerungen geschuldete groß durchgeführte Sponsorensuche durch uns, die Öffentlichkeitsarbeit in größerem Ausmaß mit regel­mäßigen Presseanfragen bis über die Eröffnung hinaus und natürlich die  inhaltliche Gestaltung des Gartens (Inhalte sammeln, konzentrieren, diskutieren, überarbeiten, zusammenführen und koodinieren, um es dem Gartenbau-Architekten zu übergeben). Zur Fertigstellung des Baus im letzten Moment mussten unvorhergesehen Material (z.B. Zelte zum technisch-notwendigen trockenen Verlegen der Mosaike), Arbeitskraft und Ressourcen (etliche Hotelübernachtungen) ehrenamtlich und aus privaten Mitteln erbracht werden.

Daneben fanden unsere „regulären“ Aktivitäten wie der regelmäßig mehrmals im Jahr stattfindende „Religionsquadrolog“, Infostände und Präsentationen beim Fest der Völkerverständigung und an anderen Orten, das Zeigen einer Ausstellung über die Gründe und Hintergründe des Gartens im Evangelischen Dekanat und im Roncalli-Fo­rum (dort mit zwei Veranstaltungen) statt. Hinzu kam noch die Vereinsgründung mit allen Notwendigkeiten, die damit zusammenhängen.

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